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Das Jahr 2017 ist für Sonic-Spieler ein prägendes Jahr. Neben dem durchaus erfolgreichen Sonic Mania erschien ein weiteres, lang ersehntes Spiel, nämlich Sonic Forces. Das Jump 'n' Run zum 25. Geburtstag Sonics hinterlässt bei mir aber einen enttäuschten Eindruck. Ich erkläre euch, warum.


Sonic Forces - Sonic rennt durch Stadt

Sonic rennt durch die zerstörte Stadt

Eins ist klar: Sonic Forces war ein heiß erwartetes Spiel. Angekündigt wurde es bereits 2016 auf der Geburtstagsparty zum Jubiläum von Sonic und schon zu diesem Zeitpunkt war ich sehr gespannt auf das Spiel. Dass es trotzdem noch über ein Jahr auf sich warten ließ, könnte mit der neuen Hedgehog Engine zusammenhängen, welche extra für das Spiel programmiert worden ist. Sowohl die Level als auch die Cutscenes sehen so detailliert und realistisch aus, wie es das Sonic-Universum zulässt. Sonic im Sonnenuntergang durch eine zerstörte Stadt flitzen zu sehen, löste bei mir Gänsehaut aus. Allerdings besitzt die neue Engine auch einige Nachteile. So sind alle Zwischensequenzen nur in 30 FPS verfügbar, was für ein Spiel aus 2017 definitiv zu wenig ist. Außerdem sind in einigen Cutscenes Grafikfehler zu erkennen. So fehlt beispielsweise Shadow in einer Szene die Lichtspiegelung in den Augen, in einer anderen ist die Darstellung Chaos' Körper fehlerhaft. Mich stört das sehr, auch wenn es nur kleine Details sind. (Kleiner Tipp: Spielt niemals Sonic Forces am PC, während ihr ein Lenkrad angeschlossen habt. Sonst denkt die Engine, das Lenkrad ist ein Controller und Sonic rennt unkontrolliert durch die Gegend. Hat eine halbe Stunde gedauert, bis ich die Fehlerquelle gefunden hatte.)


Die Musik dagegen ist meiner Meinung nach ein absolutes Meisterwerk. Sega hat auch keine Kosten und Mühen gescheut und sogar das London Symphony Orchestra für die Aufführung einiger Tracks beauftragt. Viele Stücke des Spieles haben mir einen Ohrwurm beschert – vorallem das Charakter-Theme von Infinite, welches bereits Monate vor Release auf den Social-Media-Kanälen von Sega veröffentlicht wurde. Zum Entsetzen vieler Spieler war dieser Track aber nicht im Spiel selbst wiederzufinden, sondern ausschließlich instrumentale Remix-Versionen, welche noch lange nicht so gut sind wie das Original selbst. Überzeugt haben mich allerdings auch die Lieder der Park Avenue und der Aqua Road, sodass die Musik des Spieles für mich einen absoluten Pluspunkt darstellt.


Behind the Scenes Sonic Forces Orchestra Theme

Behind the Scenes Sonic Forces Orchestra Theme


ALXHU Custom Charakter Sonic Forces

Mein Charakter in Sonic Forces

Eine der Besonderheiten von Sonic Forces ist das Erstellen eines eigenen Charakters. Das Sonic Team hat den Charaktererstellungsprozess meiner Meinung nach gut hinbekommen. Neben der Tierart kann der Spieler sich auch noch Kopfbedeckungen, Handschuhe, Schuhe, Accessoires und vieles mehr aussuchen. Dazu kann man noch entscheiden, was für ein Wispon (eine Art „Waffe“) der eigene Charakter besitzt. Diese Entscheidung beeinflusst die Möglichkeiten, mit denen man die Levels durchspielen kann, sodass man diese mit verschiedenen Charakterkonfigurationen durchlaufen muss, um wirklich alles sehen und alle Gegenstände erhalten zu können. Sammler und „Completionists“ mögen das lieben – ich bin aber keiner, daher ist das für mich eher ein negativer und nerviger Punkt.

Die Steuerung der Charaktere ist meiner Ansicht nach nicht gut. Alt eingesessene Sonic-Fans vermissen beispielsweise Sonics Fähigkeit, eine Homing Attack in der Luft auszuführen, ohne dass ein Gegner in der Nähe ist. Viele Levelabschnitte laufen auch automatisiert ab, sodass man das Gefühl hat, man ist eher Zuschauer und nicht der Spieler. Das ist sehr schade, wenn man die Kürze und Anzahl der Level bedenkt. Insgesamt sind es nämlich nur 30 Level, die meisten stammen aus älteren Spielen. Davon sind viele in wenigen Minuten zu schaffen, sodass man das komplette Spiel in unter zwei Stunden durchspielen kann – für einen Vollpreistitel von 40€ mehr als ungenügend.


Sonic Forces - Super Sonic DLC

Offizielles Artwork zum Super Sonic-DLC

Die DLCs, die das Spiel aufwerten sollen, bringen auch nicht unbedingt mehr Spaß. Neben etlichen kostenlosen Kostüm-DLCs für den eigenen Charakter gibt es noch das Super Sonic-DLC und das Episode Shadow-DLC und – oh mein Gott – beide sind miserabel. Sonic benötigt plötzlich nicht länger die sieben Chaos Emeralds, um seine Superform anzunehmen. Stattdessen verwandelt er sich einfach, wenn 50 Ringe eingesammelt worden sind, unabhängig davon, ob der Spieler es will oder nicht. Sonic kann nun in seiner goldenen Gestalt höher springen und ist zudem unverwundbar – das war es aber auch schon. In den Bosskämpfen kann man die Superform nicht einmal auswählen, sodass diese noch unnützer wirkt. Das Shadow-DLC ist „ganz nett“, wenn man noch einige Hintergrund-Informationen zum Spiel erfahren will, aber trotzdem nicht sonderlich umfangreich. Man spielt einige kurze Level mit Shadow anstatt mit Sonic, großartige Veränderungen existieren nicht.


Sonic Forces - Infinite

Der neue Bösewicht Infinite

Kommen wir zu den Charakteren und der Story. Ich finde es gut, dass viele bekannte Charaktere (sowohl Protagonisten als auch Antagonisten) ihren Auftritt im Spiel haben. Deren Geschichte in Bezug auf Sonic Forces wird allerdings erst in den Comics richtig erklärt. Im Spiel selbst hat man eher ein Gefühl von „die sind da“ und „die sind weg“ – besonders bei dem neuen Charakter Infinite und bei Classic Sonic fällt dies auf; gerade Classic Sonics Auftritt wirkt erzwungen, weil er für die eigentliche Story irrelevant ist. Meiner Meinung nach hätte man zudem allgemein aus der Story, dass Dr. Eggman endlich die Weltherrschaft an sich gerissen hat, viel mehr machen können, statt ein bloßes „bekämpfe die Roboter von Eggman“-Szenario zu kreieren. Es wirkt zu langweilig, genauso langweilig wie viele Dialoge zwischen den Charakteren. Es wird zwar versucht, ein Gefühl von Optimismus in einer misslichen Lage zu vermitteln, aber letztendlich kommt alles eher schnulzig rüber. Die bekannten deutschen Synchronstimmen schaffen es auch nicht wirklich, die angespannte Lage wiederzugeben.


Fazit: Als ich Sonic Forces auf der Gamescom angespielt habe, war ich sehr optimistisch, was das Spiel angeht. Nach der Veröffentlichung wurde ich allerdings in vielen Punkten enttäuscht. Zwar ist die Musik und das Erstellen des eigenen Charakters gut gelungen, aber das Spiel selbst ist viel zu kurz. Die Story hatte viel Potenzial und Sega hat dies ungenutzt gelassen. Empfehlenswert ist das Spiel nur für absolute Sonic-Fans und diejenigen, die sich für das Sammeln begeistern können. Alle anderen werden mit diesem Spiel eher weniger glücklich.

Was ist eure Meinung zu dem Spiel? Seid ihr begeistert oder auch eher enttäuscht? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!



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ALXHU

Alex (ALXHU) ist seit 2017 Teil der Gaming-Taskforce von FANDOM Deutschland. Seine größte Leidenschaft – das Zocken – widmet er hauptsächlich Simulatoren, Jump 'n' Runs, Rennspielen und unbekannteren Titeln. Dem blauen Igel Sonic the Hedgehog bleibt er stets treu, egal in welches Genre es geht. Egal ob Konsole, PC oder Mobile: Bei Alex bekommt jedes Spiel seine Chance, zumindest einmal angespielt zu werden.